Nächster Hochschulinformationstag
Samstag, den 16. April 2011
Girls-Day am 14. April 2011
Kampf um Studiengang in Reichenbach
Reichenbach - Das Interesse angehender Studenten am Studiengang Architektur am Schulteil Reichenbach der Westsächsischen Hochschule Zwickau ist groß. Daher nutzten zahlreiche junge Leute gestern den Hochschultag in Sachsen zur Information in der Neuberinstadt.
Vor allem praktische Fragen wie Wohnraumsituation am Studienort, die Kosten für das Studium oder die Zugangsvoraussetzungen sind es, die die Besucher brennend interessieren. Und die bekamen sie von Studiensekretärin Zdravka Bräutigam sowie von den derzeitigen Architekturstudenten im Masterstudiengang beantwortet.
Die Super-Resonanz auf das Angebot der offenen Hochschultüren führen die Organisatoren im Reichenbacher Fachbereich Architektur auf das große Engagement der Studierenden im Vorfeld der Veranstaltung zurück. Sie rührten an ihren ehemaligen Schulen kräftig die Werbetrommeln, haben den Internetauftritt intensiviert und auch im bayerischen und thüringischen Raum über 400 Plakate verteilt. Für den gestrigen Tag wurden Werbekarten, die man zum Handy-Halter falten kann, und spezielle Buttons vorbereitet. Außerdem wurden stündlich Führungen durchs Haus und halbstündlich Info-Vorträge angeboten.
Auch Oberbürgermeister Dieter Kießling hatten die Studenten eingeladen. Und das Stadtoberhaupt kam angesichts der wackeligen Zukunftsaussichten für den Hochschulstandort Reichenbach gerne zur Präsentation. Erst in dieser Woche hatte Kießling Kommunalpolitiker und Hochschulleitung an seinen Tisch geholt und alle aufgefordert, gemeinsam für den Standort einzutreten. Hintergrund der Bemühungen ist ein Papier der Sächsischen Staatsregierung, das Architekturstudium im Freistaat in Leipzig und Dresden zu zentralisieren. Bis Ende 2012 wird darüber entschieden. Deshalb ist es nach Kießlings Ansicht für Reichenbach wichtig, rechtzeitig Verbündete zu suchen und klare Bekenntnisse zu fordern. Demnächst will er auch die zuständigen Minister ins Vogtland einladen.
An der Sanierung der heruntergekommenen Hochschulgebäude könne die Stadt sich zwar nicht beteiligen. „Das ist Sache des Freistaates!“ Aber bei der Gestaltung des Umfeldes, bei Werbung und Unterstützung des Fördervereins der Hochschule werde Reichenbach sehr wohl seinen Beitrag leisten, versichert der OB. Auch die Studiengebühren für Studenten, die ihren Hauptwohnsitz in der Neuberinstadt haben, werde die Stadt weiterhin übernehmen. Kießling: „Zu dieser Zusage stehen wir.“
Weniger groß war gestern der Besucherandrang im Fachbereich Textil- und Ledertechnik. Nur vereinzelt kamen potentielle Studienanfänger und informierten sich über den Studiengang. Begleitet wurden sie dabei von den beiden Absolventinnen Katrin Wild und Constanze Linke, die jetzt in der Forschung tätig sind, sowie von Laborantin Linda Schwarz. Die drei jungen Damen haben die Erfahrung gemacht, dass der hochschulinterne Besuchertag im April, der an einem Samstag stattfindet, viel besser angenommen wird. „Dann kommen meist mehr interessierte junge Leute mit ihren Eltern und verbinden den Hochschulbesuch häufig mit einem Familienausflug“, weiß Studiensekretärin Bärbel Adam zu berichten. Begehrt sei der Studiengang vor allem, weil er nach wie vor mit dem Abschluss Diplomingenieur endet und wegen der familiären Atmosphäre. Insgesamt 76 junge Leute studieren derzeit Textil- und Ledertechnik. Und nach Auskunft der Hochschule haben sie sehr gute Chancen, nach Abschluss des Studiums einen Arbeitsplatz zu bekommen.
Quelle: Vogtland-Anzeiger vom 16.01.2011
Das Studium der Kreativen
Reichenbach - Für seine Textilindustrie ist Reichenbach weit über das Vogtland hinaus bekannt. Durch die Fakultät Architektur wollte sich die Stadt auch noch auf einem anderen Sektor etablieren. Dafür ist jedoch mehr Werbung nötig, wie die Studierenden selbst finden.
Reichenbach – Sie fallen auf – die Studierenden an der Fakultät Architektur der Reichenbacher Außenstelle der Westsächsischen Hochschule Zwickau (WHZ). Mit ihren roten T-Shirts und einer Werbeaktion wollen sie aufmerksam machen, auf den Standort Reichenbach, der bisher noch nicht die Beachtung genossen hat, die ihm laut der Studierenden eigentlich zusteht.
Im Zusammenhang mit dem Sächsischen Hochschultag am 13. Januar wollen die Architekturstudenten somit in erhöhtem Maße Werbung für die eigene Alma Mater betreiben. „Angefangen hat alles mit der Aufgabe, den Hochschultag publik zu machen, die wir in einem unserer Fächer, Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation, gestellt bekamen“, sagt Sascha Meinel, Student im ersten Masterstudienjahrgang Architektur der Hochschule. Der 22-Jährige studiert seit 2006 in Reichenbach. Kein Studienort, den er schon lange vorher im Kopf hatte.
„Nach dem Abitur habe ich mir Gedanken gemacht, was ich machen will. Architektur hat mich schon lange interessiert und lag daher als Studienfach nahe“, berichtet der junge Mann. Für Reichenbach habe er sich allerdings erst spät entschieden. „Ich habe erst auf einer Hochschulmesse in Zwickau erfahren, dass man hier Architektur studieren kann. Ich habe Reichenbach dann gewählt, weil es nah an meiner Heimat liegt, was mir gefallen hat“, blickt der gebürtige Markneukirchener zurück.
Mit seiner Wahl ist Meinel zufrieden. So seien die Standortbedingungen im Vogtland optimal. Die von der Architekturfachzeitschrift DetailX als zweitbeste Fakultät für Architektur im deutschsprachigen Raum ausgezeichnete Einrichtung biete hervorragende Bedingungen für einen reibungslosen Studienablauf. So habe jeder seinen eigenen Arbeitsplatz, einen stets zur Verfügung stehenden Platz in der Werkstatt, ausreichend Kapazität hinsichtlich der Computerpools und freien Zugang zu einem Plotter, ein Gerät für technische Zeichnungen. Das dies längst nicht an allen Universitäten so sei, weiß Meinel von Bekannten.
Auch das Miteinander in der Fakultät sei vorbildlich. Es herrsche ein sehr familiärer Umgang. So könne es schon einmal vorkommen, dass die Professoren mit ihren Studenten abends noch ein Bier trinken und mit diesen erzählen. Lediglich die Öffentlichkeitsarbeit sei ausbaubar. So weiß Sascha Meinel aus eigenem Erleben, dass es sehr schwierig für Schulabgänger ist, auf die Fakultät in Reichenbach aufmerksam zu werden. Die Bewerberzahlen sprechen für diesen Fakt. 2006 seien es noch 80 bis 90 Mann gewesen, die an den Aufnahmegesprächen teilgenommen hätten. Heute sind es nur noch 50 bis 60 schätzt Meinel.
Höchste Zeit also, auf den Standort Reichenbach aufmerksam zu machen. Mit T-Shirts, Buttons, Flyern, gezielter Pressearbeit und Werbeveranstaltungen in Schulen versuchen die jungen Menschen, auch andere von einem Architekturstudium im Vogtland zu überzeugen. Der Sächsische Hochschultag, der am 13. Januar, von 8 bis 14 Uhr, auch in Reichenbach stattfindet, soll dazu beitragen. Kommunale Politiker, wie Reichenbachs Oberbürgermeister Dieter Kießling (CDU) hätten bereits Unterstützung angekündigt, wie Meinel betont. Der 22-Jährige findet dann auch das Hauptargument für ein Architekturstudium in Reichenbach: „Architektur zu studieren heißt, kreativ zu sein und etwas neues zu erschaffen. Reichenbach ist in dieser Hinsicht besonders geeignet. Alle, die ein familiäres Umfeld mögen sind hier richtig.“
Quelle: Vogtland-Anzeiger vom 12.01.2011
Gewachsene und erfolgreiche Strukturen erhalten
Am 11. Januar 2011 kamen im Rathaus Reichenbach auf Einladung von Oberbürgermeister Dieter Kießling der Landtagsabgeordnete Alfons Kienzle, Landrat Dr. Tassilo Lenk und führende Vertreter der Westsächsischen Hochschule Zwickau zu einer Beratung über die Be-standssicherung des Hochschulstandortes Reichenbach im Hochschulentwicklungsplan des Freistaates, der bis 2020 gelten soll und derzeit erarbeitet wird, und notwendiger Investitionen zusammen.
Anwesend waren seitens der Hochschule der Rektor, Prof. Dr. Karl-Friedrich Fischer, der Kanzler, Prof. Dr. Joachim Körner, der Dekan der Fakultät Automobil- und Maschinenbau, Prof. Dr. Christian Busch, die Direktorin des Instituts für Textil- und Ledertechnik, Prof. Dr. Silke Hessberg sowie der Dekan der Fakultät Architektur, Prof. Dr. Rainer Hertting-Thomasius.
Einige Fakten:
In Reichenbach studieren derzeit an der Fakultät Architektur 147 Studenten, am Institut für Textil- und Ledertechnik 76 junge Menschen.
Mehre Rankings haben gezeigt, dass die Architekturausbildung in Reichenbach mit ihrer anwendungsorientierten Wissensvermittlung als qualitativ sehr hochwertig eingeschätzt wird, was nicht zuletzt auf die sehr guten Arbeitsbedingungen für die Studenten zurückgeführt wird. 95 Prozent der Studienfanfänger werden in Reichenbach zum Abschluss geführt. Nahezu alle Reichenbacher Absolventen finden einen Arbeitsplatz.
Von der Wirtschaft in Deutschland und darüber hinaus begehrt sind auch die Absolventen des Instituts Textil- und Ledertechnik. Das Institut hat sich bezüglich der Forschungsleistungen in den letzten Monaten an die Spitze der Westsächsischen Hochschule gesetzt.
Im Ergebnis der Beratung wurden folgende Punkte festgelegt:
Es gibt ein klares politisches Bekenntnis und ein Bündnis aller Beteiligten zum Erhalt des Standortes sowie zur Weiterführung beider Studiengänge in Reichenbach.
Mit dem großen Erfolg der Hochschulausbildung am Standort Reichenbach wird geworben, die positive Wirkung für die Region herausgestellt.
Seitens der Leitung der Westsächsischen Hochschule gibt es keine Aktivitäten zu einer Standortverlagerung der beiden Reichenbacher Studiengänge.
Ziel ist es, die gewachsenen Strukturen, die auf einer langen Tradition basieren und sich als erfolgreich erweisen haben, zu erhalten. Sie basieren auf einer ursprünglich sachlich und wirtschaftlich politisch richtigen Entscheidung.
Studenten werden gern aufgenommen und erhalten seitens der Hochschule und der Wirtschaft beste Entfaltungsmöglichkeiten.
Das politische Bekenntnis des Freistaates zum Standort Reichenbach wird eingefordert, erst danach kann die Realisierung der notwendigen Investitionen in den Standort erfolgen.
Landrat und Oberbürgermeister laden gemeinsam in Abstimmung mit der Leitung der Westsächsischen Hochschule die Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, Prof. Dr. Dr. Sabi-ne von Schorlemer, sowie den Staatsminister der Finanzen, Prof. Dr. Georg Unland, zu einem Besuch des Hochschulstandortes nach Reichenbach ein.
Die politischen Gremien Kreistag Vogtlandkreis und Stadtrat von Reichenbach sind aufgerufen, sich zum Standort Reichenbach mittel- und langfristig zu bekennen.
Quelle: www.reichenbach-vogtland.de Meldung vom 11.01.2011
"Leute, studiert in Reichenbach"
Studenten der Fakultät Architektur gehen mit Werbe-Kampagne in die Offensive
Reichenbach. "Wir haben eine Ausbildung auf Top-Niveau, das gibt es an keiner Hochschule. Was fehlt, sind Studenten in ausreichender Zahl. Wir haben das diskutiert und festgestellt, dass wir selbst etwas tun müssen", sagt Sascha Meinel. Der 22-Jährige gehört zum ersten reinen Reichenbacher Master-Jahrgang, der in diesem Jahr das Architektur-Studium mit dem Master of Arts abschließt und das auch vielen weiteren Jahrgängen ermöglichen will.
Deshalb gehen seit gestern Architektur-Studenten in ihre ehemaligen Schulen und werben für das Studium in Reichenbach. Vorwiegend im Südwestsächsischen, aber auch in Thüringen und Sachsen-Anhalt. Die meisten Studenten der Fakultät kommen aus dem mittelsächsischen Raum. "Leute aus München oder Hamburg für ein Studium hier zu begeistern, das wäre überzogen. Deshalb wollen wir hier ansetzen, alles andere wäre eine schöne Zugabe", sagt Sascha Meinel und spricht hinsichtlich der Werbe-Kampagne von einer studiengangübergreifenden Zusammenarbeit. Die roten T-Shirts wurden im Maschinenpark des benachbarten Instituts für Textil- und Ledertechnik mit dem Architekten-Logo und dem Schriftzug "Fakultät Architektur" bedruckt.
Erste Erfolge der Aktion könnten sich am 13. Januar einstellen. Dann stellt sich die Fakultät im Rahmen des sächsischen Hochschultags vor. Unter anderem mit dem von den Studenten erstellten Informationsmaterial zum Studium. Es gibt Einblicke in den Studienalltag und dessen Bedingungen. Über deren Güte informierte jüngst die Architektur-Fachzeitschrift "DetailX": Die Zeitschrift ordnete den Reichenbacher Standort schon zum zweiten Mal auf Platz zwei eines "Hochschulrankings" mit mehr als 50 teilnehmenden anderen Fakultäten ein.
Ex-Ministerin: Das ist sehr gut
"Diese Initiative ist für mich eine sehr gute Grundlage, um die Zahl der Studierenden steigen zu lassen." Mit diesen Worten kommentierte die SPD-Landtagsabgeordnete Eva-Maria Stange die studentische Initiative. Das von ihr bis 2009 geführte sächsische Wissenschaftsministerium hatte eine Studie in Auftrag gegeben, die alle parallelen Studiengänge in Sachsen auf den Prüfstand stellte und Teil des Entwurfes zum Hochschulentwicklungsplan bis 2020 werden sollte. Darin heißt es in Bezug auf Reichenbach: "Die Auslastung des Studienganges mit Werten zwischen 55 und 80 Prozent ist nicht zufriedenstellend." Zwar attestiert das Papier der Fakultät zum Beispiel "beste räumliche Ausstattung, so dass die Reichenbacher Architektur schon fast als Studienreformprojekt" zu verstehen ist. Allerdings sei die im Hochschulsektor übliche Einwerbung von "Drittgeldern in Höhe von bis zu 6000 Euro äußerst gering und der Fachbereich sehr klein". So stelle sich aus "finanzpolitischer Perspektive die Frage, ob das Angebot an der Hochschule zukunftsfähig ist". Das müsse allein die Politik entscheiden.
Das sagt auch Eva-Maria Stange, die jüngst in der Sache mit dem SPD-Ortsverein Reichenbach in Kontakt stand. Auf den Plan gerufen hatte die Ex-Ministerin die von Architektur-Dekan Rainer Hertting-Thomasius jüngst im Stadtrat losgetretene Diskussion um die Zukunftsfähigkeit des Standortes. Der Dekan hatte gesagt, die in der Studie gemachten Aussagen stellten die Architekturausbildung trotz modellhafter Ausbildungsbedingungen zur Disposition. Eine Aussage, die mit Hinweis auf einen Renovierungsstau in Millionenhöhe eine Diskussion um die Sicherheit des gesamten Standorts aufflammen ließ.
Die lokale Politik reagiert
Reichenbachs OB Dieter Kießling (CDU) will sich in diesem Monat mit Vertretern des Vereins zur Förderung der Fachhochschulausbildung im Vogtland, des Landkreises und Vertretern der WHZ in Zwickau zum weiteren Vorgehen beraten. Vorgesehen ist auch, Stanges Nachfolgerin im jetzt CDU geführten Ministeramt, Sabine von Schorlemer, einzuladen. Zudem will FDP-Stadtrat Jörg Schaller mit Andreas Schmalfuß den forschungs- und technologiepolitischen Sprecher der FDP in Sachsen nach Reichenbach holen. Auch die Reichenbacher SPD bemüht sich laut Ortsvereins-Vize Oliver Großpietzsch über die Landtagsfraktion um den Standort. "Wenn es nötig ist, müssen wir ein breites Bündnis hinbekommen. Aber im Moment ist Panikmache fehl am Platz", sagt der 23-Jährige, der von der Stadt Reichenbach erwartet, "mehr Werbung für den Standort zu machen". Großpietzschs SPD-Vize-Landeschefin sieht das ähnlich. "Die Zahl der Studierenden spielt die entscheidende Rolle", sagt Eva-Maria Stange in Bezug auf die noch im Januar dem Kabinett vorliegende Hochschulentwicklungsplanung: "Dass die Studie darin Niederschlag findet, ist eher wahrscheinlich. Sie war aber immer nur als Empfehlungsvorbereitung für die Politik gedacht. Ich habe mich stets für den Standort ausgesprochen."
Quelle: www.freiepresse.de (Gerd Möckel) Erschienen am 04.01.2011